Haben Sie gute Laune? Jetzt, in diesem Moment? Erinnern Sie sich daran, wie es war, als Sie das letzte Mal gut gelaunt waren? Genießen Sie dieses wunderbare Gefühl eher selten? Wie oft gönnen Sie sich den Luxus guter Laune? Unter welchen Bedingungen stellt sie sich bei Ihnen ein? Und wer entscheidet darüber: Sie – oder die Umstände?
Jeder Mensch bringt von Natur aus beste Voraussetzungen für gute Laune mit auf die Welt. Wer von uns das Glück hatte, in ein Umfeld mit liebevollen, lebensbejahenden Vorbildern hinein geboren zu werden, erfährt das womöglich als Normalzustand. Die meisten von uns aber haben schnell gelernt: Es gibt beliebig viele Anlässe, die uns diesen Moment, den Tag, eine Woche oder das ganze Leben verderben.
Wie viel konnten Sie bisher nutzen von Ihrem Naturtalent zur guten Laune? Weniger, als Ihnen lieb ist? Lässt sich das ändern? Ich bin überzeugt: Ja! Gute Laune können wir uns selbst organisieren.
Was haben Pferde damit zu tun? Mich faszinieren ihre Kraft und Schnelligkeit, ihr Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen, ihr unbedingtes Bedürfnis nach Nähe, ihre Sensibilität und Teamfähigkeit. Seit mehr als fünfzig Jahren sind sie meine Welt. Ursprünglich suchte ich ihre Gesellschaft, weil mich die von Menschen eher verschreckte. Pferde wurden für mich zum Glücksfall. Weil ich mit ihrer Hilfe lernen konnte, mich ihnen vorbehaltlos zuzuwenden, fand ich zu meinen Artgenossen, den Menschen, zurück. Eine lebendige, mitfühlende und herzliche Art des Umgangs miteinander ist durch sie mein zentrales Thema geworden. Auch – nein, erst recht, wenn ich in Schwierigkeiten geraten bin.
Erziehung und Erfahrung hatten mich gelehrt, dass Lebensfreude ein Vorrecht der Sieger sei. Und weil mir die Siege nicht in den Schoß fielen, mühte ich mich, sie zu erringen. Ich zwang mich zur Selbstüberwindung, lernte durch Einpauken, trainierte Tüchtigkeit. Meinen Pferden erging es durch mich sehr ähnlich. Dass sie gern und freiwillig arbeiten könnten, kam mir nicht in den Sinn, weil ich es selbst nicht anders kannte. Für mich war das Leben ein ständiger Kampf. Es nahm mich derart in Anspruch, dass ich weder Zeit noch Muße hatte, um meine hart erarbeiteten Siege wirklich genießen zu können.
Es waren die Pferde, die mich Besseres lehrten. Sie zeigten mir, dass Lebensfreude eine Selbstverständlichkeit sein kann, die weder von Leistung noch von Intelligenz abhängt. Sie brachten mir eine Weltsicht bei, die geprägt ist von radikalem Respekt allem und jedem gegenüber. Von dieser Welt möchte ich sprechen.
Ich gehe davon aus, dass Sie zu Ihrem Vergnügen reiten – jedenfalls theoretisch. Praktisch sieht es vermutlich oft anders aus. Nicht selten scheitert guter Wille scheinbar an eigensinnigen Pferden, strengen Reitlehrern oder erdrückenden Vorbildern, an den Erwartungen anderer oder dem eigenen Ehrgeiz. Vielleicht kann ich einen Teil dazu beitragen, dass Ihnen in Zukunft angenehmere Lösungen zur Verfügung stehen. Denn ob Ihnen der Umgang mit Pferden Freude macht oder die Laune verdirbt, hängt einzig und allein von Ihnen ab!
Meine Idee heißt: Reiten wie von Zauberhand bewegt und handelt von der Magie des Miteinander. Ideal erscheint mir eine Aufgabenverteilung wie beim Tanzen: Ich bewerbe mich bei meiner Partnerin, indem ich sie freundlich frage: „Darf ich bitten?“ Folgt sie mir, biete ich meine Führung an – in der Hoffnung, dass sie sich mir anvertraut. Tanzen verlangt Harmonie. Ich glaube nicht, dass man mehr Einvernehmen erreicht, wenn man die Erwählte am Strick aufs Parkett zieht. Mit guter Laune hat man deutlich bessere Chancen. Als Tänzer wie als Reiter.
Menschen brauchen starke Partner. Pferde auch. Stark sind fröhliche Leute. Führungsstark sind Menschen, die in der Lage sind, sich für das Potenzial im anderen zu begeistern. Die ihm zeigen, wie er dieses Potenzial zum eigenen und zum Wohl aller optimal nutzen kann – Stärken und Schwächen inklusive.
Mögen Sie Pferde? Alle oder nur manche? Eins besonders, andere mehr oder weniger? Wenn ein Pferd meine Erwartungen nicht erfüllt, ist es deshalb schlecht? Wann ist es gut? Wenn es funktioniert wie ein Automat? Weil es mir nichts tut? Vielleicht hat es nur resigniert und geht langsam an sich selbst zugrunde, weil es keine Möglichkeit gefunden hat, sich zu wehren? Meine Erfahrung sagt: Bewertungen sind schlichtweg nicht zweckmäßig. Deshalb habe ich aufgehört, die Welt in Gut und Böse einzuteilen.
Reiten wie von Zauberhand bewegt: Diese Vision erwächst aus der Fähigkeit, sich in Pferde zu verlieben. Jedes Pferd ist ein potenzieller, achtbarer Freund. Begegnet es mir unkooperativ, fehlt es mir vermutlich an Wissen und Geduld, seine Situation zu verstehen, oder an Mitteln und Wegen, sich ihm verständlich zu machen. Entscheidend ist: Das Pferd, mit dem die Kommunikation nicht klappt, ist nicht mein Feind. Es handelt für sich, nicht gegen mich oder Sie. Ich möchte Ihnen gerne zeigen, wie man die Freundschaft eines Pferdes gewinnt.
Schauplatz meiner Erfahrungen ist nicht die Weite der Prärie, keine Ranch im wilden Westen, weder die Spanische Hofreitschule noch die Kavallerie. Es ist unsere Reiterpension in Klingberg in der Holsteinischen Schweiz. Für gewöhnlich reiten wir in Deutschland unter anderen Rahmenbedingungen als weltberühmte Pferdeflüsterer. Dorthin soll mein Konzept passen: in Reithallen, auf Übungs- und Turnierplätze, ins Gelände, in den Alltag von Pferdefreunden mit höchst unterschiedlichen Ansprüchen. Zu uns nach Klingberg kommen neugierige Anfänger, interessierte Fortgeschrittene und Rat suchende Pferdebesitzer jeden Alters, ehrgeizige Reiter, Pferdenarren und Lebenskünstler. Schulbetrieb und Urlaubslaune gehören bei uns zusammen.
Wir reiten klassisch englisch, also ganz konventionell. Allerdings haben wir einen eigenen Weg entwickelt: Wir vermitteln unseren Gästen, wie Mensch und Pferd eine gemeinsame Sprache sprechen und verstehen lernen. Wie ich dem Pferd ein Motiv liefere, im gewünschten Sinne zu handeln, anstatt es zu disziplinieren.
Für mich ist das ein unerschöpfliches Thema. Unsere Methoden sind auf andere Ziele und Reitweisen durchaus übertragbar. Sie können es mit jedem Pferd probieren.
Ist dieses Pferd lieb? So lautet eine Standardfrage, die mir häufig begegnet. Im Grunde möchten die Leute wissen, ob sie einem Pferd vertrauen können. Meine Antwort ist eindeutig: Es gibt kein ungefährliches Pferd. Sobald es sich bedroht fühlt, wird es uns notfalls umrennen. Böse ist das nicht gemeint, aber einer halben Tonne Gewicht haben wir wenig entgegenzusetzen. Was Menschen im Umgang mit Pferden wirklich brauchen, ist Selbstvertrauen. Dazu möchte ich Sie ermutigen. Der Umgang mit Pferden ist eine wunderbare Chance, neue, positive Erfahrungen zu sammeln, Führungsqualität und Kompetenz im Umgang miteinander zu entwickeln.
Reiten wie von Zauberhand bewegt beginnt mit dem Verständnis für die Natur der Pferde: Sie sind pflanzenfressende Fluchttiere, keine Raubtiere, und ihrem Wesen nach zutiefst harmoniebedürftig. Ausleben können sie das jedoch nur im Schutz einer zuverlässigen Herdengemeinschaft. Wenn wir Menschen sie mit unserer Fürsorge in Obhut nehmen, sind wir es, die ihnen diese Sicherheit geben können.
Ich vertrete die These, dass jegliche Form von Angst, Aggression oder auch nur schlechter Laune zurückgeht auf das ungute Gefühl, unter Druck zu sein, einen mehr oder weniger existenziellen Mangel zu erleiden, eine Bedrohung zu erleben. Deshalb gibt es für mich keine schwierigen Pferde mehr, nur Pferde in Schwierigkeiten.
Wenn heute von „Problempferden“ die Rede ist, bekomme ich blanke Augen und möchte sie unbedingt kennenlernen, weil ich in meinem Leben von den „schwierigsten“ am meisten profitiert habe.
Zum Beispiel, dass es durchaus vernünftig ist, entschieden für sich selbst zu sorgen. Jedes Individuum ist dazu gezwungen, bei Strafe seines Untergangs. Es macht keinen Sinn, jemandem das übel zu nehmen oder ihm das Recht darauf zu versagen. Ich nenne das „klugen Egoismus“: Schließt er doch nach meinem Verständnis die unverzichtbare Nähe zu anderen ein, ohne die ein soziales Wesen keine Überlebenschance hat. Pferde wissen das instinktiv. Ich musste es erst begreifen: Anders als in Gemeinschaft können soziale Wesen nicht existieren. Verbindendes zu suchen liegt im wahrsten Sinne des Wortes in unserem ureigensten Interesse.
Reiten wie von Zauberhand bewegt: Das ist keine Technik, sondern eine Lebenseinstellung. Darüber möchte ich mit Ihnen sprechen. Egal, ob Sie ein Pferd führen, eine Firma oder ein Privatleben. Ich bin überzeugt: Entscheidend ist das Miteinander.
Die Fähigkeit, für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, indem man sich anderen zuwendet.
Zuneigung empfinden und mitteilen zu können ist das größte Geschenk, das ich mir selbst machen kann. In diesem Sinne betrachte ich Reitkunst als Lebenskunst – als einen Weg zu mehr Verständnis, Neugier, Vorfreude, Zuneigung und Genuss. Kurz gesagt: zu einer möglichst lang andauernden, grundlos guten Laune.
Lassen Sie uns gemeinsam eine Interessengemeinschaft der klugen Egoisten gründen!
Ob Sie dadurch ein noch besserer Reiter werden? Da bin ich mir ganz sicher. Aber das ist nur eine wunderbare Nebenwirkung. Hauptsache, Sie haben gute Laune!
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