Reiterhof an der Ostsee
Am letzten Tag muß ich unter den Augen meiner Tochter aufs Pferd. Aufstehen im Sattel; Kopf, Schultern, Knie und Füße in einer Linie; Balance halten, treiben, traben ... Wie lange dauert es, bis man das wirklich beherrscht? "Ich reite seit dreißig Jahren und lerne immer noch", sagt Frau Reger. Die Perspektive gefällt mir.

Petra auf Ronja trabt leicht dahin, es sieht Spitze aus. "Hätte ich das am Montag machen müssen, hätte ich vermutlich geheult", gibt sie vergnügt zu. Für Johanna spendiere ich eine Schnupperstunde bei Herrn Marlie. Während sie auf Karim ihre Runden dreht, bekommt sie ähnliches erzählt wie wir in dieser Woche, nur setzt sie es in diffizilere Manöver um. Meine Reitkünste beurteilt sie knapp: "Nicht schlecht. Du schwatzt zuviel. Manchmal behandelst Du Dein Pferd wie ein Auto - vorwärts, rückwärts, einparken ... Aber Du hast so fröhlich ausgesehen!" Vor der Heimfahrt telefoniert sie mit ihrem Freund. Da höre ich sie in den Hörer säuseln: "Wir haben gerade eine Wandlung vollzogen." Mehr kann man als Mutter nun wirklich nicht erwarten.

ILONA RüHMANN

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